Anima incognita oder warum das Gras woanders immer grüner ist
 



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Eine kleine Ewigkeit

Ich habe mich schon lange gefragt, wie ich nach so einer langen Schweigeminute wieder meinen Blog beginne. Mich plagten natürlich Gewissensbisse, so einfach sang- und klanglos in der Versenkung zu verschwinden. Ganz besonders bei so einer kleinen aber um so mehr erlesenen Gesellschaft.
Nun, ich erzähle jetzt einfach, was mich in der Vergangenheit vom Bloggen abgehalten. Als allererstes und mir ganz besonders wichtig gleich zu Beginn zu erwähnen ist, dass es überhaupt nichts mit dem Bloggen an sich oder direkt mit Euch zu tun hat.
Nein, ich habe in den vergangenen 12-18 Monaten eine beruflich extrem schwierige Zeit gehabt, die mich letztlich sogar gesundheitlich sehr belastet hat. Ich habe seit über acht Jahren in einer recht interessanten Firma als IT-Manager gearbeitet. Mit 'ner Menge internationaler Kontakte, vielen Reisen und noch vielmehr positivem Stress. Bis an dem Tage, als die Firma umstrukturierte und in ihren Mutterkonzern zurückkehrte. Das bedeutete für mich eine Konfrontation mit viel Intrigen, persönlichen und versteckten Angriffen und all das, was üblicherweise so mit einer "klassischen" Firmenfehlentwicklung einhergeht. Plötzlich war alles schlecht, was über die Jahre hervorragend funktionierte. Plötzlich wurden Freunde zu Feinde. Plötzlich war aus der heilen, harmonischen Welt ein echtes Schlachtfeld geworden. Gerade mir, der immer besonderen Wert auf Teamwork, Harmonie und gute Laune im Team Wert legte, ging das ziemlich an die Nieren. Ich habe es zwar geschafft, die Leute meines Teams möglichst reibungsfrei und ohne finanzielle Verluste in die "neue Ordung" zu postieren, aber plötzlich stand ich dann nur noch allein da. Anwalt, Arbeitsgericht, Verhandlungen und schlussendlich ging's dann nur noch um's Geld. Niemand hat es wirklich interessiert, wie verachtend die Firma mit seinen einst so "unentbehrlichen" Mitarbeitern umgeht. Menschen zu einem "Kostenfaktor" reduziert. Niemand wollte wissen, wie belastend das für Seele und Körper war. Ich habe damit zwar wertvolle aber traurige Erfahrungen für's Leben gewonnen (sich nicht zu sehr mit einer Firma und den Leuten zu identifizieren, viel mehr auf Familie und deren Bedürfnisse zu achten etc.), aber letzten Endes merkt man haltnur in solchen Situationen, wer wirklich Freund ist und worauf es im Leben eigentlich ankommt.
Nun, es folgten lange Monate der Ungewissheit, wie es weitergehen sollte. Finanziell für 6 Monate abgesichert, war das meine deadline, die wie ein Damoklesschwert über mir hing. Wäre es nur um mich gegangen, wäre alles halb so schlimm. Aber ich war schließlich der Haupternährer einer Familie. Mit Kindern, Haus, Hypotheken, Verpflichtungen undundund. Und nun war ich "inoffiziell" einer von vielen Millionen auf Jobsuche. Ich?? Niemals!!! Das konnte doch gar nicht sein. Bei der Ausbilung und überhaupt. Davon liest man doch nur in Zeitungen oder sieht irgendwelche abschreckenden Schicksalsdokus im Fernsehen. Aber doch nicht wirklich isch, oder?? Aber ja! Und das viele Monate lang. Klar hing ich wie ein Süchtiger vor dem Rechner permanent an Bewerbungstexten feilend und in allen Stepstones oder Monstern suchend nach einem neuen Job. Auf viele hoffnungsvolle Bewerbungen folgten noch mehr niederschmetternde Absagen oder sogar einfach gar keine Antworten. Das nagte mit großen Zähnen an meinem Selbstbewusstsein. War ich wirklich zu blöd einen neuen Job zu finden?? War ich zu anspruchsvoll? Wollte mich nicht nur die alte Firma sondern garniemand mehr in der großen weiten Berufswelt?? Oder war ich mit 40 schon zu alt, um den Job zu wechseln. Eine sehr schlimme Zeit. Doch ich muß an dieser Stelle erwähnen, dass meine Familie nicht nur das Wichtigste sondern auch der einzige Fels in der Brandung gewesen war, der mir über alle schrecklichen Hürden half. Einerseits habe ich natürlcih die viele Zeit mit der Familie intensiv genossen, doch andererseits fragte ich mich ständig, wie es weitergehen sollte. Ich konnte es in dieser Zeit auch nicht wirklich gut ertragen, wie herrlich "normal" es in allen anderen Familien zuging. Mit anzusehen, wie alle anderen so etwas bisher Selbstverständliches wie geregelte Arbeit, geregelter Tagesablauf hatten und ich nun unverschuldet in so eine furchtbare Situation katapultiert wurde, fiel mir sehr schwer. Alles so sicher, behütet und wohlig vertraut und ich hatte nur 6 Monate das alles zu "retten". Ich sass täglich am Rechner und von Tag zu Tag und von Absage zu Absage sah ich alles mehr und mehr gefährdet. Ich hasste das Internet. Ich hasste Normalität. Ich stellte das Bloggen ein, weil es mir immer wieder vor Augen führte, dass die Welt sich weiterdrehte und ich vom einstigen Akteur nun zum Zuschauer wurde. Ich wusste natürlich, dass niemand etwas dafür konnte und am wenigsten die Bloggemeinde, aber ich konnte zu der Zeit halt nicht anders. Und, wie sagte Dire Straits noch so schön in ihrem Song "Why Worry": "...there will be sunshine after rain, there will be laughter after pain. These things have always been the same. So why worry now?!"
Wie Recht diese Jung doch behalten sollten. Nach exakt fünfeinhalb Monaten endlich der rettende Job. Direkt in meiner Fachrichtung. Direkt in meiner Nähe. Und um alles noch zu toppen: Sogar im öffentlichen Dienst. Kann man mehr Sicherheit bekommen??!!! Ich war " the luckiest man on earth"! Eine zeitliche Punktlandung sozusagen :-))
Und jetzt, wo ich die (noch) bange Zeit der Probezeit hinter mir habe, bin ich endlich wieder in der Lage zu meiner treuen Bloggemeinde zurückzukehren. Ich freue mich über alle schönen Dinge, die Euch so in der Zwischenzeit widerfahren sind. Und ganz besonders über L's Familienzuwachs!!! Ich freue mich, dass Ihr zwischendurch nachgefragt habt. Und ich bitte Euch zutiefst um Entschuldigung, dass ich mich so völlig wortlos aus meinem Blog zurückgezogen habe. Am meisten freue ich mich aber über die wiedergewonnene Normalität des Lebens.

...okay, bevor ich jetzt in pathetisches Geschreibsel verfalle, möchte ich es erstmal hiermit für meinen ersten, neuen Blogeintrag belassen.


...I'll be back, baby!
26.3.08 01:19
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Loretta / Website (2.4.08 15:58)
Mensch da stimmt dochmal wieder der Spruch das sich das warten lohnt

ICh freue mich das es Dir nun wieder richtig gut geht und hey, Du bist "uns" keine Rechenschaft schuldig wenn Du "abtauchst" ...

Wir alle haben ja, Gott sei dank, auch noch wichtigeres zu tun als zu bloggen

Ich hatte mir nur ein kleines bißchen Sorgen gemacht das Gesundheitlich irgendwas passiert ist, so bin ich froh das es "nur" das Jobproblem war und Du gesund und munter wieder hier bist!!!

Fühl Dich gedrückt!
Loretta


Nicole / Website (14.4.08 18:52)
Ich bin immer noch sprachlos - vor allem, mein Schwesterlein gar nicht verraten hat, dass Du wieder da bist!!! Das ist soooo schön!! Willkommen zurück!


(15.4.08 20:31)
Nicole!
Wie schön, dass Du es mir nicht krumm genommen hast, dass ich so mirnichtsdirnichts in der Versenkung verschwunden bin.
Ich weiß, es ist nicht ganz "korrekt", aber es schmeichelt mir schon etwas, zu sehen, dass man vielleicht ein klein bisschen vermisst worden ist...

Auf viele neue Blogeinträge!!!
GLG,
Jason

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